20091030_dumbledoreHeute hatte ich ein schönes Gespräch mit einem Programmierer, der Aufhänger waren ein paar Zeilen von mir, eigentlich wollte ich mich nur mit den Zeilen für seine Hilfe bedanken und schrieb „… manchmal ist eure Arbeit, was die Programmierung anbelangt für mich auch Zauberei.“ Zurück kam: „Meine Programmierung ist genauso wenig Zauberei, wie deine Zauberei Zauberei ist.“ Hm, was soll man als Zauberer dazu sagen?

Das konnte ich natürlich so nicht stehen lassen 🙂 Programmierung ist vielleicht keine Zauberei ok, doch meine Zauberei? Also erstmal ist es ja nicht meine Zauberei die (doch!) Zauberkunst ist, sondern hier dürfte sich fast jeder „Hobby Zauberer“ angesprochen fühlen, dessen „Trick“ hier schließlich in Frage gestellt wird. Da haben wir es also, es sind doch alles nur Tricks, ok ich würde zwar sagen Kunststücke, denn ich bin ja kein Trickbetrüger – obwohl? Nein, ich bin Zauberkünstler, also muss man hier Zugunsten der Kunst auch von Kunststücken sprechen.

Vielleicht sollten wir erstmal klären „Was ist Zauberkunst“ überhaupt? Oder worum geht es denn bei einer Zaubershow? Was macht die Zauberkunst aus? Es ist eine Mischung aus mehreren Faktoren, angefangen von dem eigentlichen Effekt, um den es geht, spielt doch grundsätzlich die Atmosphäre in der wir uns befinden eine große Rolle, es ist sicherlich ein Unterschied ob ich in einem Theater sitze und eine perfekt aufeinander abgestimmte Zaubershow geniese oder mir jemand an der Bushaltestelle, bei Regenwetter und mein Bus kommt erst in 15 Minuten, einen Kartentrick zeigen will. Eine weitere wichtige Rolle, wenn nicht sogar eine größere als der Effekt, spielt das Entertainment, die Zuschauer möchten unterhalten werden. Warum interessieren sich Zuschauer für die Zauberkunst, ich denke der Hauptgrund ist Neugier. So und nun haben wir eine perfekte Location, die Gäste sind gut eingestimmt, der Zauberkünstler präsentiert wortgewandt sein Kunststück, die Ablenkung, Psychologie und der eigentliche Effekt sind letztendlich so stark, das Sie sich fragen: „Wie hat er das gemacht?“

Ok, ein Programmierer kann natürlich nicht eingestehen, das er dies nicht weiss, denn in einer Welt aus logischen Verknüpfungen, die sich nur aus Nullen und Einsen” zusammensetzt und bis auf’s letzte Semikolin zu erklären ist, fällt es natürlich schwer zu sagen: “Ich weiss es nicht”. (dies gilt übrigens auch für Lehrer 🙂 Und überhaupt, den Weihnachtsmann gibt es auch nicht und doch schlüpfen jedes Jahr aufs neue erwachsene Männer in Kostüme oder rote Bademäntel und setzen sich Masken auf, kleben Bärte an um Weihnachtsmann oder Nicolaus zu spielen.

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