0151. 275 272 91 mail@lazarro.de

In den letzten Tagen kam ich des Öfteren mit Leuten aus Firmen ins Gespräch, die gerade auf der Suche nach einem Zauberer für eine Messe oder die nächste Firmenfeier waren. Das Handicap für mich bei diesen Gesprächen war allerdings oft der Moment mit der Aussage: wir hatten vor 1-2 Jahren schon mal einen Zauberer. Name XY kennen sie den? Was halten sie von ihm? Und was machen sie so bei ihren Zaubershows, die gleichen Sachen wie er oder andere?

Wie verhält man sich nun, wenn man natürlich gerne als Zauberer für die nächste Messe oder Firmenfeier gebucht werden möchte? Wie spricht man über die gesehenen Zauberkollegen? Von manchen habe ich ja schon die tollsten Geschichten gehört und manche Kollegen lassen kein, aber auch wirklich kein heiles Blatt an einem. Was ich extrem schade finde. Und Jungs – ganz ehrlich, ihr tut mir leid, wenn ihr so über Zauberkollegen reden müsst!

Wir hatten da mal einen Zauberer

Ist es nun ein gutes Zeichen, wenn eine Firma einen weiteren Zauberer buchen möchte? Ich denke grundsätzlich ja, denn sie möchten ja wieder einen Zauberer zur Unterhaltung, also gab es nicht wirklich negative Zeichen, sie möchten nur einen anderen. Es gibt ja mehrere verschiedene Gründe warum ein anderer Zauberer gebucht werden soll. Zum einen möchten sie einfach Abwechslung und vielleicht mal einen neuen Typ, eine neue Zaubershow kennenlernen. Zum anderen hat der andere Zauberkünstler, im Nachhinein betrachtet, vielleicht nicht so gut zur Firma gepasst, was ja kein Zeichen für schlechte Unterhaltung sein muss. Eher geht es hier um den Stil des Zauberers bzw. die Art seiner Präsentation. Wenn man sich z.B. zwei grandiose Zauberkünstler wie Roberto Giobbi und David Williamson anschaut, ist jedem klar wie wichtig das richtige Umfeld ist. Sicherlich würden beide mit der Situation super umgehen und eine gute Show abliefern. Wobei, je nach Umfeld und dank der unterschiedlichen Stärken, die Zaubershow unterschiedlich ausfallen würde. Bei David Williamson würde eher der Spaßfaktor in Verbindung mit der Zauberkunst im Vordergrund stehen, während ich bei Roberto Giobbi eher eine anspruchsvollere Zuschauerrunde mit Wert auf magischen Effekten vor Augen habe.

Ich denke, natürlich sollte man nicht schlecht über einen Kollegen sprechen, auch dann nicht, wenn man vom Gegenüber gerade zu herausgefordert wird. Was bringt es, sich in dem Moment über den Kollegen auszulassen, ich glaube, es ist besser über die Situation an sich zu sprechen und lieber zu erfragen, was der Zauberer seiner Meinung nach hätte anders machen können, oder warum er der Meinung ist, dass es schlecht gelaufen ist. Eventuell kann man hier für sich und seinen nächsten Auftritt bei der Firma etwas Input herausziehen und sich dementsprechend vorbereiten.

Zauberkollegen unter sich

Auch hier habe ich schon die unterschiedlichsten Situationen erlebt. Manchmal, geprägt von Konkurrenzdruck, frei nach dem Motto: Ich erzähle euch mal lieber nicht zu viel, sonst zeigt ihr das dann auch, bis hin zu so grandiosen Situationen, wie einmal in Dresden, wir saßen alle zusammen beim Essen und ich hatte einen neuen Text für eine kleine Routine vorbereitet und habe diese gezeigt. Unabhängig vom eigentlichen Zaubertrick habe ich sofort Feedback und Ideen um die Ohren gehauen bekommen und hier hatte keiner ein Blatt vor den Mund genommen oder war in Gedanken dabei auch nur irgendwas für sich zu verwenden. Wir hatten alle in Dresden übernachtet und am nächsten Morgen zum Brunch kam noch der ein oder andere mit einer Idee auf mich zu. Wow, ich war damals richtig begeistert dies so offen zu erleben. Doch leider sind solche Momente echt selten geworden.

Vor kurzem war ich bei dem Alexander de Cova Seminar Burners und ein fast eingeschworener Teil ging danach noch etwas trinken, wie es eben oft so üblich ist. Nach einem kurzen Moment und zwei Bier hat jeder etwas gezeigt und wollte natürlich Tipps oder Anregungen haben. Solche Runden finde ich sehr nett und hilfreich, denn oft sind es die kleinen Dinge, die einen Zaubertrick ausmachen, oder die Anregung etwas an seinem Vortrag oder dem Ablauf zu ändern.

Fazit:

Zaubertreffen gibt es immer wieder, doch offensichtlich in zu großen Abständen. In der Zeit dazwischen schwimmt der Zauberer im eigenen Saft, auf der Suche nach neuen Kunststücken, übt, probiert sich aus und ist Einzelkämpfer. Was heißt dies nun für unser Einstiegsthema, wie sollte man sich in so einer Situation verhalten? Ich denke, auch wenn man vielleicht nichts Gutes über einen Zauberkollegen zu berichten hat, sollte man sich neutral verhalten, denn es macht bestimmt keinen guten Eindruck, wenn ich die anderen in Grund und Boden rede. Letztendlich sind auch so viele Punkte subjektiv, mögen mir also nicht gefallen, doch dem anderen sind sie vielleicht gar nicht bewusst, weil er keinen so hohen Anspruch an die Zauberkunst, ausgefeilte Rhetorik oder die Präsentation von Wundern hat. Jeder hat seinen Stil und das ist gut so!