Künstlerkataloge – wie interessant und nützlich sind sie heute noch?

Vor kurzem war ich bei einem Künstlerstammtisch eingeladen, ein Thema u.a. waren Einträge in Künstlerkatalogen. Rechnet sich ein Eintrag, bringen sie noch Buchungen oder lohnt sich ein Künstlerkatalog nicht mehr? Vor einiger Zeit war es sicherlich sinnvoll, ein Portal von Künstlern zu besuchen, der Kunde bekommt also gezielte Angebote und verschiedenste Shows aus den unterschiedlichsten Branchen und konnte dann seinen Künstler aussuchen. Das klingt doch erstmal sehr gut.

Künstlerkataloge heute

Doch wie sieht das ganze nach einigen Jahren und unzähligen aus dem Boden geschossenen Künstlerkatalogen später aus? Dazu muss ich gleich klarstellen, ich spreche nicht von Webkatalogen, sondern von Künstlerkatalogen oder Portalen wie: Künstler 4 you – Künstlermedia – Künstlerkatalog Magic-Event – Schema K – Orgteam. Diese Art der Kataloge, größtenteils kostenpflichtig, verlangen einen Eintragspreis von ca. 49 bis 199 Euro pro Jahr oder manche bekanntlich eine Monatspauschale. Ok, der Nutzen für den Kunden liegt auf der Hand: viele Künstler, großes Angebot und nur eine Anlaufstelle.

Die Leistungen der Künstlerkataloge

Was bietet also ein Künstlerkatalog für einen Nutzen? Und für wen ist der Nutzen von Vorteil, für den Künstler, den Kunden oder nur den Katalog? Fangen wir mal mit dem Künstler an, was muss ich als Künstler tun, um in so einem Katalog gelistet zu werden:

  1. Für die Anmeldung benötige ich eine Kurzbeschreibung und einen Beschreibungstext (dieser muss neu geschrieben sein, darf auch nicht schon auf meinen Seiten benutzt werden, es soll ja schließlich unique Content sein.)
  2. Ich muss eine monatliche oder jährliche Gebühr berappen …
  3. Ich bekomme je nach Eintrag eine mehr oder weniger gut gelistete Position unter vielen Kollegen.
  4. Eventuell, auch wieder je nach Eintrag, eine Detailseite mit meinen Daten
    (ob diese nun öffentlich gezeigt werden oder nicht)
  5. Analysetechnisch habe ich bei den meisten Katalogen keinerlei Einblick in die Besucherzahlen.

Der Nutzen für den Kunden schwindet, denke ich, auf ein Minimum dahin, doch leider kann man dies nicht wirklich nachvollziehen oder kontrollieren. Denn ich glaube kaum, dass der Kunde, aus den meist aus seotechnischer und schönmalerischer Sicht geschriebenen Superlativen, den für sich besten Künstler aussuchen kann. Desweiteren, sollte ein persönliches Beratungsgespräch stattfinden, genau aus diesem Grunde haben diese Aufgaben Agenturen und Künstlervermittler übernommen. Diese haben die Künstler schon im Einsatz gesehen, wissen also welcher Künstler auf welches Event passt. Dies ist nicht mit einem blauen Hintergrund oder ein paar Sternchen als Hervorhebung getan, zumal diese nur aus marketingtechnischer Sicht interessant sind.

Künstlerkataloge Nachteile für den Kunden

Die Nachteile für den Kunden wiederum sind klar, zu viele Angebote, er kann nicht genau einschätzen, wie professionell welcher Künstler ist und die Leistungen sind kaum vergleichbar. Als Kunde bin ich auf die vom Katalog ausgegebenen Daten, je nach PLZ oder Ort, angewiesen und weiss nicht welcher Teil davon vielleicht Werbung ist.
Für die Künstler sind die Nachteile aus meiner Sicht viel gravierender, ein nicht nur lokales Überangebot, sondern bundesweites Angebot von Hinz & Kunz ist nun machbar. Gagen – jenseits jeglicher Existenzgrundlage werden berechnet und machen den Markt kaputt. Ein ziemlich negativer Punkt für mich ist noch, da die Kataloge meistens mit entsprechender Eigenwerbung & Adwords ausgestattet sind, kommt noch zusätzliche Konkurrenz in den Katalog und dies in den meisten Fällen bis auf die Detailseiten meines Angebotes, was – wie ich finde – überhaupt nicht geht.
Und den doch so oft genannten „SEO Nutzen“ verbuche ich mal als Witz, die meisten Kataloge haben kaum noch einen guten Pagerank und wenn dann nicht auf der jeweiligen Kategorie oder Unterseite, die Positionen in den Serp´s lassen nach und die Backlinks, welche für die eigene Künstlerseite noch wichtig wäre, kommen von nicht mehr interessanten Seitentiefen und nützen mit der Bezeichnung Link auch nicht wirklich viel.

Fazit
Ich trage mich nicht mehr in bezahlte Künstlerkataloge ein. Viele der Kataloge sind unübersichtlich, nicht wirklich userfreundlich und auf Grund der großen Menge an Daten, man möchte ja bundesweit präsent sein, ist dies für den Kunden eine absolute Reizüberflutung. Es gibt nicht im geringsten eine Abstufung zwischen Profi oder Amateur, was ich jetzt auch in keinster Weise auf die Gage beziehen möchte. Aber da wir gerade davon sprechen, der Kunde, der einen Zauberkünstler für 150 Euro den Abend möchte, der bekommt ihn auch – auf jeden Fall in Berlin – und den hat er dann auch verdient!

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