Des öfteren bekomme ich E-Mails mit Links zu Webseiten von verschiedensten Zauberkünstler. Die Anlässe reichen von „schau doch mal über meine neue Webseite“ über „hier ist mein neuer Artikel über Zauberkunst online“ bis hin zu „kannst du meine Seite mal vorstellen bzw. empfehlen“. Lange Zeit habe ich mich gescheut über diese verschiedenen Punkte etwas zu schreiben, doch wenn nicht hier wo dann? Im Zeitalter von Blogs, Promotionsites und anderer Schreiberlinge welche ihre Kritik im Internet preisgeben, knüpfe ich hier einfach mal an.

Diese Woche erst habe ich zwei grandiose Links bekommen, wenn man die Zauberseiten besucht möchte man am liebsten – ja was eigentlich? Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher ob den Hörer in die Hand nehmen und fragen was mit der Seite ist, hat man sie nur vergessen oder direkt meine Dienste für eine neue Seite anbieten.
Nun aber zum Link, eine Website eines Zauberkünstlers welche sicherlich mit viel Liebe, wohl in den neunziger Jahren erstellt wurde, allerdings jetzt nur vergessen zu aktualisieren. Fliegende Zauberstäbe, blinkende Sternenhintergründe treffen hier genau auf die Klischees der Zauberei welche man heut zu Tage eigentlich vermeiden möchte. „Die Zauberseite“ (Link) ist erstmal ein interessanter Name, schauen wir mal was sich dahinter verbirgt.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntermaßen streiten, doch manchmal sollte man sich doch ein paar Gedanken über grundsätzliche Regeln des Designs und der Farbgebung machen. Mit roter Warnschrift wird man begrüßt, doch nicht vom Zauberkünstler persönlich, eher mit Zeilen wie „amüsante Zauberkunst, der Zauberer für Hochzeit …“.
Nicht zu vergessen die Aufzählungen für Tante „G“ die Suchmaschine No.1, „Sie finden mich überall in Deutschland“ und dann eine Auflistung von Orten. Das nenne ich doch mal Suchmaschinenoptimierung.

Wenn man auf einen der Zauberstäbe klickt eröffnet sich eine neue Welt bunter Bildchen, Sterne und Zauberstäbe, klicken wir uns doch mal zu den Shows und Referenzen durch, gefolgt von weiteren bunten Hintergründen und animierten Bildchen. By the way – ein Zurück gibt es nicht mehr, denn man befindet sich jenseits jeglicher Navigation oder Hilfe, um also zur Ausgangsseite zu gelangen kann ich nur die Browsereigene „letzte Seiten“ Funktion benutzen – ups nach nochmaligem genauen Hinschauen habe ich unten doch einen „Zurück Zauberstab“ gefunden.

Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren darüber ob ich, was dies anbelangt einfach nur etwas zu empfindlich bin oder der Surfer auf der Suche nach einem professionellen Zauberkünstler diese Seite eh schnell wieder verlässt. Und somit meine Gedanken gar nicht von Nöten sind, denn der arme Googlebot nimmt die Seite ja nicht in seiner visuellen Blüte war, sondern nur auf Grund der doch reichlich gesetzten Keywords und sich ständig wiederholenden Zaubererfloskeln.

Ob ich hier ein Bewertungssystem einführe? Hm, vielleicht sprengt dies dann doch den Rahmen, ein Kommentar tut es auch und vielleicht wird ja daraus eine wöchentliche Kolumne der kreativen Querschläger interneter Zauberkunst …

Ergänzung: Ich habe mich nun also breitschlagen lassen und ein Zauberer Verzeichnis eingeführt, mal sehen was sich für Seiten so anfinden.

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