Diese Frage beschäftigt mich seit Jahren. Da ich viel sagen möchte, habe ich meinen Beitrag in Teile aufgeteilt. Ich nenne absichtlich kaum Namen aber NICHTS ist frei erfunden und Alles entspricht 100 % der Wahrheit.

Teil 1

3 Tage MZvD oder wie man trotzdem Freunde findet

Ich, Mitte 30, aufgeschlossen, freundlich, kommunikativ (auch aus beruflichen Gründen) und interessierter Hobbyzauberer, musste feststellen, dass der Weg zur und in die Zauberei nicht nur steinig ist, sondern regelrecht von den Mitgliedern des MZvD versperrt wird. Wie ich zu dieser Meinung komme? Lest selbst…

1. Tag.
Nach dem ich mich auf umständlichen Wegen informiert hatte, dass in meiner Umgebung ein Zirkel existiert, wann und wo dieser Treffen abhält und schlussendlich ich mich telefonisch zu einem dieser Treffen beim „Vorsitzenden“ angemeldet hatte, begab ich mich zum Treffen in einer wohlklingenden Lokation. Die herzliche Begrüßung bestand aus den 2 Sätzen: „Wir sind KEINE Zauberschule.“ und „Der Beitrag beträgt so und so viel.“. Richtig, es fehlten Floskeln wie „Willkommen, mein Name ist …“ oder auch nur „Guten Abend,….“. Aber ich hatte mich auf den langen Weg gemacht um mich mit anderen Zauberern auszutauschen und gebe nicht so schnell auf.

Leicht irritiert habe ich an einem langem Tisch Platz nehmen dürfen und bemerkte gleich, dass die meisten Anwesenden (95%) die 50er bereits weit überschritten hatten. Dennoch wurde sich herzlich über die Gesundheitszustände und die familiären Veränderungen ausgetauscht. Ich wurde, wie ich bereits nach der Begrüßung befürchtet hatte, herzlich ignoriert. Auch meine Versuche mit Fragen zur Zauberei (ich hatte Blankokarten und keine Verwendung dafür) ein Gespräch aufzubauen scheiterten kläglich. Der Verweiß: „Die Zwei da hinten, sind Kartenhaie.“ brachte mich allerdings mit den zwei mit Abstand jüngsten Mitgliedern (aber auch schon weit in den 30ern) in Kontakt. Der Zirkelabend verlief dann doch erfreulich, da die besagten „Haie“ sich meiner annahmen und ohne Hemmungen mit mir über die Zauberei, Tricks, Vorträge und empfehlenswerte Literatur plauderten. Sie sahen sich an was ich konnte und zeigten mir Techniken die meine Effekte stark verbesserten. Mit Ihren Telefonnummern und dem Versprechen: „lass uns ruhig mal zu einem Kaffee treffen, wenn du fragen hast“ bestückt verließ ich fröhlich den Zirkelabend.

2. Tag.
Wohl gestimmt und schwer Vorbereitet, durfte ich auch zum „Themenabend – Gummibänder“ erscheinen. Nach anfänglicher Ignoranz (man gewöhnt sich an Alles?), wurde hier tatsächlich gezaubert. Leider nur von 2 Mitgliedern. Die ich nicht kannte. Das Vorstellen gehört hier nicht zu den normalen Umgangsformen.

Diese führten erfolgreich eine Gummiringbefreiung vor. Zu meinem Entsetzen hielt sich nun der restliche Zirkel den ganzen Abend damit auf diesen Trick zu ERLERNEN. Hierzu muss ich noch bemerken, dass ich diesen Trick auch beherrschte und ihn nach Kräften versucht habe, den „Kollegen“ beizubringen.

Die Vorführung einer Variation dieses Tricks von einem der „alten Hasen“ interessierte mich sehr und ich dachte eine kurze Erklärung wäre nach meinen stundenlangen Bemühungen ein toller Ausgleich. Leider stieß ich hier auf eine Barriere die ich bis Heute nicht verstehen kann. „Wir sind hier doch keine Zauberschule“. Ich soll also zeigen und erklären darf aber nicht zuhören? Hat der „Zauberer“ Angst ich könnte ihm die Show stehlen? Was war hier los? Einfache Grundlagen werden nicht besprochen obwohl es extra ein Themenabend ist? Die Aussage des Vorsitzenden: „Das wirkt sowieso nicht bei Zuschauern“, gab mir dann endgültig den Rest. Ich habe beim Vorführen in glänzende Augen gesehen und der Trick gehört bis heute zu meinen „all time greatest“. Völlig entnervt über so viel Ignoranz und Arroganz verließ ich den 2. Zirkelabend.

3. Tag.
Nachdem ich einem der „Haie“ vom ersten Zirkelabend telefoniert habe, trafen wir uns wie versprochen im Kaffee. Hier wurde mir unter viel Gelächter erklärt, dass ich das wahre Gesicht des Zirkels gesehen habe. Ich solle mir nicht zu viele Gedanken machen, das ist immer so. Sie zeigen nichts, wollen aber alles sehen. Deshalb gingen sie auch nicht mehr zu diesen „Themenabenden“. Und das ich überhaupt schon zwei Abende besuchen durfte ohne Beitrag zu zahlen sei schon ungewöhnlich freundlich.

Nach weiteren 2 Stunden intensiver Zauberei und ungezwungener Konversation ging ich voller Tatendrang und hoch motiviert wieder nach Hause. Der 3. Besuch des Zirkels, wurde für mich wegweisend und bestimmte lange Zeit meine Meinung zum MZvD. Aber ich will nicht vorgreifen… Der Abend begann wie der Letzte endete.

Die gewohnte Ignoranz und der eindeutige Hinweis des Vorsitzenden „kostenlos ist das hier aber nicht!“ stimmten mich wieder positiv ein. Zum Glück erschienen meine „Haie“ noch, um mir den Abend zu retten. Wir tauschten uns dieses Mal mehr über den Zirkel aus. Ich stellte die Frage aufs Gewissen: „Was genau ist denn mein Vorteil im MZvD? Die Zirkelabende sind es ja nicht!“. Die sehr einfache, nüchterne Antwort: „Hier kannst du Bier trinken und bist für einen Abend in der Woche von Zuhause weg. So praktizieren es zumindest die Meisten hier.“. Nachdem ich, an diesem Abend, meinen Entschluss gefasst hatte, dem Zirkel nicht beizutreten zerbrachen alle Hoffnungen die ich in diese Vereinigung gesetzt hatte. Ich hatte erwartet das mir mit Zurückhaltung begegnet wird und ich durch „vorzaubern“ erst beweisen muss das ich echtes Interesse habe. Aber Ignoranz, Arroganz und offenes Desinteresse habe ich nicht erwartet. Zum Glück, haben die beiden „Kartenhaie“ den Kontakt zu mir gehalten und wir konnten in unserem kleinen Kaffeehauszirkel weiter zaubern und uns austauschen.

Hierzu muss ich bemerken, dass einer der „Kartenhaie“ ein sehr guter Freund geworden ist und dass nicht nur in der Zauberei. Dafür und nur dafür danke ich dem MZvD.

Thomas S.

Pin It on Pinterest

Share This