Da die Zauberkunst an sich ein ziemlich weites Feld ist, unterteilt man sie noch in verschiedene Sparten (Präsentationsstile), dies wird in erster Linie für Wettbewerbe getan. Hiermit ist eine bessere Einschätzung der Künstler möglich, z. B. vom Magischen Zirkel von Deutschland (MZvD), für die Deutschen Meisterschaften. Grundsätzlich wird erst einmal zwischen Zauberkunst auf der Bühne und Close-up Zauberkunst unterschieden, hier liegt der Unterschied in der Art der Performance und der Nähe zum Publikum.

Bühnen oder Close-up Zauberkunst

Bühnenmagie, wie auch oft im allgemeinen Sprachgebrauch nur als Illusionen bezeichnet, dürfte jedem geläufig sein. Hier unterteilt man in Illusion, Allgemeine Magie und Manipulation. In der Close-up Zauberkunst dagegen unterscheidet man nur zwischen zwei Varianten, zum einen Kartenkunst und zum anderen Close-up Zauberkunst im Allgemeinen.

Bei einer Zaubershow, wie bei David Copperfield, handelt es sich um Illusionen, hingegen bei einem Close-up Zauberkünstler sieht man eher Kunststücke mit Karten, Münzen, das Hütchenspiel oder Becherspiel.

Karten Zauberkunst oder Close-up Zauberkunst

Dies ist relativ einfach zu erklären, da der Bereich Karten Zauberkunst einen großen Platz in der Zauberkunst einnimmt, mit kaum einem anderen Hilfsmittel sind so viele magische Effekte möglich, wurde dies als Extra Sparte ausgekoppelt. Der zweite Bereich „Close-up“, den meisten sicherlich aus der Filmbranche bekannt, Close-up’s = Nahaufnahmen, bedeutet also so viel wie nah dran. Und das kann man hier wörtlich nehmen. Das Publikum sitzt bei der Close-up Zauberkunst direkt am Tisch, bzw. direkt um den Zauberkünstler herum. Hier werden alle Kunststücke mit Requisiten (Hilfsmitteln) außer Karten gewählt, dies können Münzen, Ringe, Bälle oder andere Gegenstände sein.

Illusion

Illusion als Sparte, wie es der Name schon sagt, ist die Sparte mit großen Effekten. Dies findet meistens auf großen Bühnen statt, da ja auch große Requisiten und viel Platz benötigt wird. Bei Illusionen handelt es sich oft um das Verschwinden, wieder Erscheinen oder Schweben von Menschen, Tieren, Motorrädern oder Autos. Da es sehr spezielle Kunststücke sein können werden hierfür auch spezielle Bühnen bzw. Bühnenanforderungen benötigt.

Manipulation

Bei der Sparte Manipulation wird alles gewissermaßen durch handgemachte Effekte präsentiert. Hier geht es darum wirkliche Fingerfertigkeit und Geschicklichkeit zu präsentieren, denn alle Effekte werden ohne technische Hilfsmittel umgesetzt. Auch für das Publikum ist die Fingerfertigkeit beeindruckend, bspw. wenn aus einer scheinbar leeren Hand etwas erscheint, ohne Kisten oder „doppelte Böden“. Die meisten Weltmeister bzw. Grand Prix-Sieger dürften aus dieser Sparte kommen.

Mentalmagie

In der Sparte Mentalmagie geht um zauberische Effekte wie Gedankenübertragung, Gedankenlesen, Vorhersagen, Schnellrechnen und ähnliches. Die Magie entsteht, in dem der Zauberer scheinbar übersinnliche Fähigkeiten hat. Tatsächlich beruhen alle Effekte auf den Grundlagen der Zauberkunst, eben Zaubertricks. Ein seriöser Mentalmagier wird daher niemals behaupten, über übersinnliche Fähigkeiten zu verfügen, wenngleich er seine Tricks natürlich nicht offenbart. Aus diesem Grund werden Personen wie Uri Geller gerade in der Zauberszene sehr kritisch gesehen, da eben Uri Geller mehrfach behauptet hat, dass er übersinnliche Fähigkeiten habe. Seine „Phänomene“ beruhen allerdings auf Zaubertricks, mitunter einfachsten Taschenspielertricks.

Allgemeine Magie mit Musik

Allgemeine Magie mit Musik umfasst Darbietungen, die nicht zu Manipulation oder Illusion gezählt werden. Der Zauberkünstler präsentiert seine Vorführung meist stumm, begleitet von Musik. Hier können durch die freie Handlung und eine gut gestaltete musikalische Untermalung völlig neue und kreative Effekte und Vorführstile entstehen. Oft werden als Idee klassische Kunsttücke im Ursprung genutzt und diese dann gekonnt in andere Kunststücke eingebaut oder so verzerrt, dass sich ein neues Kunststück ergibt.

Allgemeine Magie mit Vortrag

Allgemeine Magie mit Vortrag, auch Sprechzauberkunst genannt, bedeutet, der Zauberkünstler führt seine Kunststücke mit einem passenden Vortrag vor. Hier obliegt es jedem Künstler welchen Vortragsstil er sich zu nutze macht. Ob nun als charmanter Zauberkünstler, eher mit Humor und Witz, als der etwas tollpatschig auftretende Zauberkünstler oder man unterstreicht sein Programm mit einen eher mystischen Vortrag um dem ganzen etwas mehr Spannung zu geben.

Comedy

Worum es in der Sparte Comedy geht, dürfte auf der Hand liegen. Natürlich wird auch hier gezaubert, entweder mit Vortrag oder zu Musik. Hauptsächlich geht es aber um Komik, das Publikum soll nicht nur zum Staunen sondern vor allem zum Lachen gebracht werden. Gerade bei Meisterschaften nehmen sich die Zauberer gern auch selbst auf die Schippe bzw. persiflieren sich.

Close-up Zauberkunst

In der Sparte close up wird unmittelbar unter den Augen der Zuschauer gezaubert. Mitunter geschieht die Magie direkt in den Händen der Zuschauer. Die Requisiten sind daher eher klein, oft sind es auch Alltagsgegenstände. Klassische Gegenstände beim close up sind Münzen, Becherspiel, Schwammbälle, Chips u. ä. Im close up – Bereich erfordern die Effekte in der Regel sehr hohe Fingerfertigkeit.

Kartenkunst

In der Sparte Kartenkunst wird auch close up, also ganz nah dran unter den Augen der Zuschauer gezaubert. Hier wird ausschließlich mit Karten gezaubert. Die Effekte erfordern in der Regel hohe Fingerfertigkeit. Typische Effekte sind das Wiederfinden einer frei gewählten Karte oder deren Wiedererscheinen an einem anderen Ort, Vier-Ass-Tricks, Verwandeln von Karten u. ä.

Zauberkunst für Kinder

In der Sparte Zauberkunst für Kinder geht es darum, kindgerecht zu zaubern. Zaubern vor Kindern unterscheidet sich in vielen Dingen deutlich vom Zaubern vor Erwachsenen. Kinder denken weniger kompliziert. Bei Kindern ist der Aufbau eines kindgerechten Spannungsbogens wichtig, denn Kinder bleiben nicht aus Höflichkeit bis zum Ende des Programms ruhig. Kinder lachen natürlich auch über andere Dinge als Erwachsene. Es reicht für einen guten Kinderzauberer daher nicht aus, sein normales Programm in einem bunten Kostüm und mit lustiger Stimme vorzuführen.