Mick Jagger – the very best of …

geschrieben: 8. Oktober 2007 - noch keine Kommentare

Am Anfang dachte ich – oh nur ein best of – muss ich nicht unbedingt haben, ok der Vollständigkeit halber vielleicht. Und später kam meine Süze mit der CD nach hause, hielt sie mir mit den Worten hin: “wenn ich schon nicht mit aufs Konzert geh – darf ich sie dir doch schenken oder?” Wow danke.

Tja und dann war ich die folgenden knapp 75 Minuten mal wieder hin und wech. Los ging es mit dem ziemlich rockig daher kommendem Song “God gave me everything” wo man die Beteiligung von Lenny Kravitz deutlich spürt. In dem Stil geht es auch weiter “Put me in the Trash”, “Just another Night” eines der früheren Werke. Dann kommt Jagger mal wieder etwas balladig daher und bittet “Dont tear me up”, ein Song wo man die Stimmgewalt von ihm schon bemerkt und wieder weiss wieso man Fan ist. Gefolgt von “Charmed Life” eines der Werke aus den unveröffentlichen Sessions von “Wandering Spirit”, hier darf seine Tochter die Backingvocals singen, was den Song aber auch nicht wirklich besser macht. (Nachtrag: mittlerweile läuft der Song doch des öfteren bei mir, gefolgt von den nächsten zwei …)

“Sweet Thing” genau das ist es auch, gefällt mir persönlich sehr gut, einfach reinhören und genießen. Doch gleich danach kommt für mich das Highlight der CD, ein Song bei dem Jagger Unterstützung von Dave Stewart hatte, das ganze war für den Film “Alfie” und hat mir innerhalb der ersten Takte Gänsehaut beschert “Old Habits die hard”. Ein emotionaler und einfühlsamer Jagger, der mit dem am aktuellsten Song (2004) einfach mal klarstellt – ich kann’s noch.Der wohl älteste Song der CD “Memo from Turner” für den Film “Performance” hat nichts an seiner musikalischen Stärke verloren, noch ein unveröffentlichter Song “Too Many Cooks (Spoil The Soup)” aus der Feder von John Lennon runden die Scheibe ab.

Mick Jagger, der Sänger der Rolling Stones, hat selbst bei der Auswahl der Titel für dieses Best of Hand angelegt und das ist gut so. Wer mit dem Namen nichts anfangen kann, der hat wahrscheinlich die letzten (gefühlten) 100 Jahre Musikgeschichte verschlafen, wenn man bedenkt, dass der 64 jährige rund 40 seiner Jahre dieser gewidmet hat. Wer mit Woodstock groß geworden ist, kann bei diesem Namen nur lächeln, kaum andere Konzerte wie die der Stones werden von 3 Generationen besucht. Väter bringen ihre Kinder mit, sind erstaunt, dass die eigene Tochter auf den greisen, auf der Bühne rumzappelnden Mann steht …

It’s only Rock’n'Roll – but i like it

Hier geht’s zur CD: Mick Jagger – The very Best of …

Ten New Songs – Leonard Cohen

geschrieben: 3. Juni 2007 - noch keine Kommentare

ten new songs leonard cohen

Einer dieser leicht diesigen Sonntage, ich sitze im Sessel, einen guten Whisky im Glas, der Lautstärkepegel ein ganzes Stückchen höher als normal, die Augen zu und lausche, genieße und verfalle der Musik. Eine Stimme welche einem unter die Haut geht und auf der selbigen Gänsehaut produziert, die Rede ist von Leonard Cohen und seinem Album “Ten New Songs”. Eine CD die mich sofort emotional berührt, mit mir spricht und ich mich frage, wie kann ich mit meiner Zauberkunst die Menschen so in den Bann ziehen und mit ihnen kommunizieren, auf so einem starken emotionalem Weg. Cohen, am 21. September 1934 in Montreal geboren, war der Held unzähliger Mädchenträume und füllte biblischen Horror in poetische Verse. Nach Theaterspiel, einigen CD Produktionen, ging er 1996 ins Kloster um sich auf wesentliche Dinge des Lebens zu konzentrieren. Verständlich. Sein Come Back mit knapp 70 Jahren ist nicht nur Musik und Text, nein es sind Kunststücke, welche einen Teil seines Lebens, Denkens und seiner Fragen aufwerfen, tiefgreifende, oft düstere Gedanken über das Leben. Einmal der Melancholie und der Stimme des Künstlers verfallen, möchte man sich meist ein Leben lang nicht mehr davon losreißen, viel zu tief hat sich der monoton faszinierende Gesang, unterstützt von schlichten, melodischen, das Ohr des Zuhörers umschmeichelnden Gitarrenakkorden in dessen Herz eingegraben.Die ersten Gedanken der CD “I know what is wrong, I know what is right … in my secret Life” klingen ja erstmal gut und vielversprechend, doch “From the latest hit to the wisdom of the old” wird Cohen getrieben, wohin ist offensichtlich trotz Auszeit und Kloster unklar. Texte die zum Nachdenken anregen, ja gar zwingen. “I said I’d be your lover. You laughed at what I said,” und Titel wie “Alexandra Leaving” ist Cohen etwa verbittert mit seinen Gedanken, wohl kaum, ich würde eher sagen er ist selbst überrascht, darüber dass er wieder da ist “I’m what I am, and what I am is back on Boogie Street.” und dafür bin ich dankbar, ein wundervolles Album “A Thousand Kisses Deep”, “Here it is” “Land of Plenty”. Egal ob er seine Antworten im Koster gefunden hat, sein neues Werk (2001) ist ein Meisterstück, wären seine Texte in einem Gedichtband erschienen, hätten sie sicherlich die Top Ten gestürmt. Doch hier ist es wie mit den meisten seiner Alben, eher nicht kommerziell und wohl weniger im Radio gespielt, denn hat man in dem Moment da der Song läuft den richtigen Sessel, einen Whisky im Glas …